Montag, 13. September 2010

Freude, Erwartung und Chancen

PM der LSV Bayern e.V.

---

14. September 2010

Freude, Erwartung und Chancen

Mit einer Schultüte in der Hand beginnt heute ein neuer Lebensabschnitt für strahlende Erstklässler

Nürnberg – Die LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V. freut sich über das dem bayerischen Schulsystem entgegengebrachte Vertrauen. Doch während alternativ arbeitende Schulen wegen starken Zulaufs Anmeldungen ablehnen müssen, werden im staatlichen System die Schwächen bereits in den ersten Jahren deutlich: Besorgte Eltern setzen ihre Kinder unter Druck, da ihr Kind möglicherweise den Übertritt in die anvisierte Schulart nicht schaffen wird. „Daher ist es schon für achtjährige Kinder normal, am Nachmittag in die Nachhilfe zu gehen“, berichtet Niels Niedermaier, Vorstandsvorsitzender der LSV Bayern. Somit liegen in der neuen flexiblen Grundschulzeit des Kultusministeriums durchaus Chancen. So können gute Schülerinnen und Schüler die Grundschule nach drei Jahren verlassen. Genauso kann die Grundschule nach der Regelzeit von vier oder einem zusätzlichen fünften Jahr durchlaufen werden, was den Übertritt in die gewünschte Schulart ermöglicht.

„Ist der Übertritt geschafft, fangen die Probleme erst richtig an!“, stellt Niedermaier fest. Von der 6. bis 8. Klasse fällt im Durchschnitt jährlich pro Klasse eine Schülerin oder ein Schüler durch. Das demoralisierende und pädagogisch wertlose Durchfallen kann beim zweiten Mal einen Schulartwechsel bedeuten. Um den Abstieg in eine andere Schulart vorzubeugen, leiden viele Schülerinnen und Schüler. So lernen sie bis spät in die Nacht oder geben ihre Hobbys auf. Dafür nehmen nicht wenige bei Psychotherapeuten und -innen auf der Couch Platz. Die Ursachen liegen in dieser Schulpolitik, daran wird sich dieses Schuljahr nichts ändern, so die LSV Bayern.

In den Abschlußklassen der Gymnasien - davon gibt es dieses Jahr doppelt so viele – kommt es zu einigen Besonderheiten. „Die angehenden Absolventinnen und Absolventen des G8 dürfen sich jetzt schon auf ein besseres Abitur als ihre G9-Kollegen freuen“, mutmaßt der LSV-Vorstand, „denn laut Kultusministerium, lasse sich der Erfolg der Schulreform an Hand von besseren Abiturnoten ablesen“ - Also kann man sich als gestresster G8ler mit 33 Wochenstunden im ersten Q12-Halbjahr doch mal einen Tag Party gönnen.
Dagegen müssen die G9-Abiturientinnen und Abiturienten mit einem durchschnittlich schlechteren Abitur, um die selben Studienplätze konkurrieren, die durch Einführung des G8 in mehreren Bundesländern rar sein werden.

Damit den neuen Schülerinnen und Schülern in der 1.Klasse nicht das Lachen vergeht, muss sich die bayerische Bildungspolitik ordentlich ins Zeug legen – das will die LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V. unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen,
Niels Niedermaier

---

LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V.
Frauentormauer 7-9
90402 Nürnberg

servus@lsv-by.de
www.lsv-by.de

Keine Kommentare: