Donnerstag, 11. Februar 2010

Olli Schulz

Olli Schulz sieht überraschenderweise so aus wie er spricht und spielt überraschenderweise so, wie auch die Aufnahmen klingen - nur live.
Das heißt schöne Melodien auf der Gitarre so wie im Gesang, witzige, aufheiternde und auch ernste Texte, meistens alles gleichzeitig.
Das Konzert beginnt mit Olli Schulz und seiner Gitarre. Sehr schöne Akustik mit schönem Gesang. Glänzen tun natürlich einige der genialsten Textzeilen der deutschsprachigen Musik.

>>Du tanzt unter Mond
solange es sich lohnt.<<

Nach 3 Lieder tritt die Band auf die Bühne. "Die sehen ja alle so aus."
Da stehen nun also 5 Menschen auf der Bühne, die alle aussehen wie Proto Nerds und die gefühlt 4 Gitarren haben (davon faktisch ein Bass) - und machen sehr tolle und vor allem sehr schöne Musik. Mit tollem Klang. Der Sänger von Home of the Lame spielt Gitarre. Und der andere Gitarist spielt auch sehr gut Klavier.
Und so spielen sie erstmal mehrere Lieder nacheinander durch. Nur damit sich Olli später wieder in ewig langen aber umso unterhaltsameren Anekdoten verlabert und das gesamte Publikum genauso wie die Band damit mindestens genauso sehr zum lachen bringt wie seine Songs.
Später folgt ein weiteres Solo in dem es an Freestyle - meist im Zuge der "Ansagen" bzw. Kurzgeschichten - nicht fehlt. Eine Diskussion über den neues Bushido Film ist hier nicht fehl am Platz, genauso wenig wie eine Improvisation quer durch sämtliche Tocotronic Alben (zu einer Story über Ollis musikalische Anfänge und Bernd Begeman) und eine für die gesamte restliche Pop Welt. Während der Geschichten steht die Band eher als Publikum auf der Bühne und chillt eine Runde und wird von der etwas verlorenen Lichttechnik angestrahl.
Eine der schönsten Ideen des Abends ist auf die von Bands sehr häufig gestellte Frage "Geht es euch gut?" schlicht kollektiv mit "Nö." zu antworten.

"Geht es euch gut? - Nö."

Der leicht verpeilte Olli schlängelte sich auch sympatisch durch einige Missgeschicke. Aber spätestes bei einer bayerischen Drogengeschichte und des Sympatie Bekundungen für München und Erlangen blieb auch das alles eigentlich hinter der wunderbaren Musik zurück.

>>Ich bin durstig
wenn du mein Kissen bist...
- ähm nein...<<

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