Mittwoch, 16. September 2009

Razorlight - das neue Mando Diao

Das war wieder eine dieser Aktionen.

Razorlight hat ich irgendwann als Band mit den Label "cool und wichtig" abgespeichert, allerdings ohne es mit irgendwelcher Musik zu verbinden.
Nun kannte ich auch niemanden der diese Band gerne mag und hatte eigentlich zum Zeitpunkt des Konzertes auch keine Zeit.

Als sich dann doch ein Zeitfenster auftat und sich meine Mutter als potentielle Begleitung anbot, begann ich doch die Möglichkeit zu dem Konzert zu gehen gegen 19.00Uhr tatsächlich in betracht zu ziehen und fing an mal reinzuhören. Erkenntniss: Ich kenne die Musik sogar teilweise.

Gegen 20 Uhr (offizieller Konzert Beginn) sind wir dann tatsächlich soweit, zur Tonhalle los zu laufen. Die Ankunft liegt bei etwa 20.20Uhr. Razorlight gewinnen Sympathiepunkte, da sie noch nicht begonnen haben. Wer will schon ein Konzert mit pünktlichen Beginn? Und wer soll dazu rechtzeitig kommen?
Karten kosten 32€ ein Preis, der für eine Band, die man eigentlich nur "so ziehmlich ok" findet, schon an der Schmerzgrenze liegt. Allerdings versucht auch niemand Karten wieder zu verkaufen und so bleibt nach längerem vor der Halle rumlaufen doch nur die Option des Kartenkaufs für 32€. -Razorlight haben immer noch nicht angefangen, keine Vorband.

In der Tonhalle war ich bereits für Thomas D, ein so okayes Konzert, die Location finde ich entsprechend auch eher positiv, da wohnortnah, als irgendwie gut. Es stehen noch Menschen auf der Bühne zum Soundcheck - weiterer Symphatiepunkt -, das Merch sieht gut aus - Symphatiepunkt - und es stehen viele Raucher im abgesperrten Bereich vor der Halle. Überhaupt ist das Publikum angenehm gemischt, eher jünger.

Irgendwann geht das Konzert dann doch tatsächlich los. Das Publikum fängt an zu wippen - angenehm.
Der Ton schallt einem erstmal entgegen, aber die Qualität ist gut. Der Sound ist nicht etwa schön, so wie er etwa beim 10 Jahre Schandmaul war, aber man hört alle Instrumente und es klingt gut. Gut gemischtes Konzert mit mitteltoller Technik.

Wie geil ist das denn? 3. Lied, die Leuten klatschen - und schau dir an wo wir stehen! Wir stehen hinten!

Offenbar hat nicht nur mich die Musik überzeugt, sondern auch der Rest, der bis hinten gefüllten, aber nicht ausverkauften Halle, ist in einer Stimmung, die man bei anderen Konzerten vielleicht im vorderen Drittel nach der Hälfte der Zeit erreicht.
Die Musik ist wirklich toll und kommt mir sehr bestimmt bekannt vor. Diese Bekanntheit ist keine unbestimmte, wage Bekanntheit (irgendwo hab ich da glaub ich mal was gehört, sicher bin ich mir aber nicht), sondern sicherer. Ich kenne die Musik, ich weiß nur nicht woher.

Langsam fange ich an mich zu fragen, wie Razorlight, denn zu dem Label "cool und wichtig" kamen. Wer meiner Freunde könnte mir das empfohlen haben? Meiner Mutter habe ich den Status, wie gern ich Razorlight mag, mit Mando Diao verglichen. Razorlight klingen ja auch ein bisschen nach Mando Diao...
Meine Lieblingstheorie besagt, Razorlight ist eine Coverband, weshalb ich auch die Songs kenne -> logisch. Allerdings kann ich die Songs auch keiner anderen Band zu ordnen, also verwerfe ich die Idee wieder.
Bei "Somewhere else" kommt mir eine Idee: Kuttner. Das würde das Label "cool und wichtig" erklären, auch warum ich einzelne Stücke kenne, aber nicht diese bestimmte Bekanntheit aller gespielter Musik.

Ich glaube, zum ersten mal seit langem - oder zum erstenmal überhaupt? - schaue ich nicht auf die Uhr, wann das Konzert angefangen hat, oder wie viel Uhr jetzt ist. Es ist mir egal. Das Konzert ist toll, und wie lange auch immer es dauern mag, es ist definitiv zu kurz!
Ich fühle mich hier wohl. Das Gefühl lässt sich wohl am ehesten mit dem auf dem Green Day Konzert vergleichen. Eine Band die ich ok finde, spielt sich innerhalb des Konzertes in Kategorie "super toll!". Allerdings trifft es Green Day nicht ganz. Das Gefühlt ist eher so wie auf einem Konzert meiner Lieblingsband (z.B. Die fantastischen Vier), nur das ich keine/kaum Lieder und Texte bewusst kenne.

Das einzige Problem der Band ist, dass alle bis auch den Bassisten/Gitarristen und den Keyboarder, alle doof aussehen. (Beleg für die Coverband? Können doof aussehende Menschen, denn so einen Erfolg haben?)

Das Konzert geht mit einer Zugabe zu Ende.
Es entlässt mich in das zu dieser Jahreszeit immer noch warme München. Wir werfen noch einen Blick in eine Kletterhalle, mit geilen Überhängen und Türmen und sitzten in der BambooBar mit Springbrunnen, 2 Barkeepern und 2 Besuchern im Kunstpark Ost rum.
Gegen 23 Uhr sind wir dann wieder zu Hause.

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Ergebnisse der Recherche zu Razorlight:
Razorlight waren im letzten Monat von Kuttner. in der Sendung.
Razorlight waren als Vorband von Mando Diao in Deutschland unterwegs.
Der Sänger von Razorlight war früher Bassist bei The Libertines (der alten Band vom drogenabhängigem Pete Doherty). Pete's aktuelle Band die "Babyshambles" ist ohne Pete "Dirty Pretty Things" und also diese habe ich die also Vorband von Mando Diao gesehen.

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