Freitag, 2. November 2007

440Hz: Klassik und Hip Hop

Eine Konzertreihe des Robert-Schuhmann-Saals, die junge Menschen zu klassischer Musik bringen soll. Diesmal mit Hip Hop, dem einzigen Konzert der Reihe mit Stehplätzen.
Die Verspätung des um 21:00Uhr beginnenden Konzertes war durchaus normal (20min), allerdings wurde das Konzert noch unnötig lange von der Labertasche an Veranstalter hinausgezögert. Zum Glück beinhaltete das Palaber, dass das Schuhmann Camerata und aus London eingeflogener Dirigent Alexander Shelly sowie Mikis Band schon auf der Bühne saßen, als Miki diese mit den Worten "Keine Sau kennt mich, aber egal." betrat. Miki, der sympathische Geiger und Rapper, der dieses Konzert organisiert und sämtliche Musikstücke arrangiert hat.
Das Konzert lief etwa so ab: 1 klassisches Stück ein bis 2 Rapstücke, wovon jeder Rapper 1 eigenes und 1 von Miki geschriebenes vorbrachte, sowie diese auch von Miki ohne Rapper Unterstützung.
Der erste Teil, der mit einem klassischen Stück begann war öde, um nicht zu sagen langweilig. Lange, langsame klassische Stücke, viel Gerede (außer Alex, der auf Mikis Aufforderung etwas zu Gustav Mahler, einem der der gespielten Komponisten, zu sagen nur antwortete: "Cooler Typ, hat viele Symphonien geschrieben."). Auch die Rapper Reen (MC René) und Chima holten genauso wie Backgroundsängerin Larissa erstmal nichts raus. Der erste der Stimmung in den Saal brachte und auch mich überzeugen konnte war Mellow Mark.
Diese Stimmung wurde dann jedoch von einer überzogenen 20min Pause gebremst. Diese wurde von mir und meiner sonst eher auf Fußball- und Eishockeyspielen rumhängende Begleitung dazu genutzt Sportveranstaltungen mit Konzerten zu vergleichen. Das restliche Publikum war sehr gemischt: Von Hardcore-Hoppern über junge, leicht zum Indie-Look Abdriftenden und mittelalten Normalbürgern, bis zu älteren Anzugträgern war alles dabei.
Die 2. Hälfte war spannender. Die Klassik wurde schwungvoller und Ono, der einzige auf Englisch rappende an diesem Abend, schaffte es wie auch die beiden Anderen, die dies zuvor nicht geschafft hatten, zu überzeugen. Bis zum eindeutigen Höhepunkt: Curse. Dieser wies jedoch die Ankündigung zum Headliner spontan an Miki zurück und teilte sich den Co-Headliner mit allen anderen Auftretenden. Erstes aufgeführtes Stück war der eventuelle neue Albumtrack? "Zweifel", gefolgt von dem nur schwach von Orchester, Band und Miki begleiteten "Und was ist jetzt?" worauf die Zuschauer viel zu früh eine Zugabe forderten, die sie mit "Für die Seele" auch bekamen. Auf die berechtigte Zugabenforderung folgte der schon zuvor gehört Miki-Track "Einst waren wir Könige" als Freestyle. Reen entpuppte sich als absoluter Non-Freestyler mit Humor. Auf Mikis Schlusstrack folgte ein nicht enden wollender Applaus bis es endlich gelang die Menge auf die Party ins Foyer zu bekommen.
Für uns musste diese ausfallen, da es "schon" 0:10Uhr war und wir um 0:30Uhr bzw 1Uhr zurück sein mussten. Wir haben einen (soweit ich das bei den wenigen gehörten beurteilen kann) guten DJ und sicher einen Smalltalk mit Miki, Alex, Curse oder einem der anderen verpasst.

Jeder nicht anwesende hat eine sowohl auf Konzert wie auf Party rauchfreien und einmaligen Abend mit einem nicht einmalig genialen, aber guten Geiger nicht miterlebt.

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